Beauty und Mode-19. Jahrhundert-Fashion-Old School-Jane Austen-Eyeliner-Make-up

Beauty und Mode im 19. Jahrhundert

Immer reden wir nur über die Mode- und Beauty-Trends aus der heutigen Zeit, wie sah es jedoch in der Branche im 19. Jahrhundert aus? Was war damals im Trend? Wir machen mit euch eine spannende Reise in die Vergangenheit und berichten über wirklich sehenswerte Klassiker, die teilweise auch heute noch modern sind.

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Picture via Pixabay

Trends kommen und gehen. Während wir vor zehn Jahren noch die Nase über Plateau-Schuhe und schmale Sonnenbrillen aus den 90ern rümpften, haben diese schon längst wieder internationale Laufstege erobert. Genauso ist es mit vielen Schönheitstrends, deren Ursprünge manchmal bis in die Antike reichen. Das beste Beispiel ist der schwarze Lidstrich, der in seiner dramatischsten Form auch als „Cat Eye“ bekannt ist. Schon Cleopatra benutzte ihn, um ihre Augen optisch zu vergrößern. Blickt man auf die Entwicklungsgeschichte der westlichen Beauty- und Mode-Trends zurück, sticht das 19. Jahrhundert besonders hervor. Während einige Trends sogar äußerst gefährlich waren, werden andere von Designern und Make-up-Gurus immer wieder ins Leben gerufen.

Korsetts

Sie wurden designt, um die Illusion einer schmaleren Taille hervorzurufen. Schon im 15. Jahrhundert gab es bereits korsettähnliche Frauenbekleidung, die unter der burgundischen Elite der letzte Schrei war. Über die Jahre entwickelten sie sich zu sogenannten „Leibstückern“ oder „Schnürleibern“, die zu Zeiten des Rokokos mit einem Reifrock ergänzt wurden. Ihren Höhepunkt hatten Korsetts zwischen 1820 und 1870, als viele Frauen das Schönheitsideal der Sanduhren-Figur anstrebten. Dabei waren die Korsetts aus der viktorianischen Ära zum Teil mit Stahlriemen verstärkt und alles andere als bequem. Die weibliche Taille durch zu festes Schnüren zu verkleinern wurde oft so übertrieben, dass Frauen aus Atemnot in Ohnmacht fielen. Noch heute sind Korsetts in verschiedensten Modezeitschriften zu finden. Viele Brautkleid-Designer wie Vivienne Westwood setzen Korsetts gezielt in ihren Kollektionen ein, um Trägerinnen eine weiblichere Figur zu verleihen.

Detaillierte Blusen

Wenn die wohlhabenden Frauen des 19. Jahrhunderts nicht gerade in einem Korsett steckten, trugen sie mit Rüschen besetzte, üppige weiße Blusen, die mit ihren ballonähnlichen Ärmeln und Stehkragen die „weibliche Blöße“ bedeckten. Kombiniert wurden die heute ikonischen Blusen mit langen, schwarzen Röcken und Schnürstiefeln aus Leder. Literaturfans finden diesen Look nur zu oft in Jane Austens Romanen „Stolz und Vorurteil“ oder „Verstand und Gefühl“. Bis ins kleinste Detail beschreibt die britische Schriftstellerin das Erscheinungsbild der jungen Protagonistinnen, die sich im frühen 19. Jahrhunderts mit den gesellschaftlichen Regeln und Normen des konservativen Englands abfinden müssen und vergleicht ihre Charakterzüge gerne mit Metaphern aus Kartenspielen. Filmliebhaber können die damalige Garderobe auch in den Verfilmungen der beiden Bücher verfolgen und sich inspirieren lassen. Die detaillierte weiße Bluse feiert immer wieder neue Comebacks und wird jedes Jahr von großen und kleinen Labeln neu interpretiert.

Natürliche Augenbrauen

Viele von uns erinnern sich noch an die Zeiten, in denen Augenbrauen zu schmalen Linien gezupft wurden. Mittlerweile geht der Trend jedoch in eine ganz andere Richtung: Volle, schön geformte Augenbrauen sind so angesagt, dass sich manche Menschen sogar mithilfe von „Microblading“ einzelne Härchen auf ihr Gesicht tätowieren lassen. Natürlich muss man nicht gleich so weit gehen, denn jede von uns kann mit guten Augenbrauenstiften nachhelfen und so die perfekte Augenbrauenform für den eigenen Typ erreichen. Am Ende des 18. Jahrhunderts waren breite, dunkel gefärbte Augenbrauen voll im Trend. Um diesen Look zu erreichen, verwendeten viele Frauen Kosmetika mit hohem Bleianteil. Diejenigen, die ihre Augenbrauen aufgrund von gefährlichen Wirkstoffen verloren hatten, klebten sogar feines Maushaar auf ihrem Gesicht auf. Mit Anbruch der viktorianischen Ära setzte man jedoch auf natürlich aussehende Augenbraunen, die zu der eigenen Haarfarbe passten.

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Blasse Haut

Damals war es ein Zeichen von Adel und Wohlstand, blasse Haut zu haben. Der Grund: Fahle Haut bedeutete, dass man einen Großteil seiner Zeit in geschlossenen Räumen verbrachte, also nicht arbeiten gehen musste. Da die Haut aber gar nicht blass genug sein konnte, wurden gefährliche chemische Cocktails auf die Haut aufgetragen. Zinkoxidcreme und Mineralpuder waren dabei die harmloseren Varianten. Manche Frauen, die die französische Königin Marie-Antoinette zum Vorbild hatten, malten sich unter dem Puder sogar feine, blaue Linien als Adern auf die Haut, damit diese fast durchsichtig erschien. Auch dunkle Augenringe wurden mithilfe von Rouge auf Lippen und Wangen mit Absicht hervorgehoben. Adlige Damen nahmen außerdem regelmäßige Milchbäder und tranken Essig, um ihren Teint aufzuhellen. Heutzutage ist es besonders in der Naturkosmetik immer noch üblich, Haar- und Gesichtsmasken mit Milch zu verwenden. Den Körper mit Milch zu behandeln war übrigens schon in der Antike eine beliebte Methode, streichelzarte Haut zu bekommen.

Viele Trends aus dem 19. Jahrhundert sind uns bis heute erhalten geblieben. Andere sind mit der Emanzipierung der Frau zum Glück komplett verschwunden. Das ständige Wiederaufleben von vergangenen Schönheitsidealen und ästhetischen Vorlieben ist Beweis dafür, dass bereits Dagewesenes immer wieder neu interpretiert und an die gegenwärtige Zeit angepasst wird.

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